Künstler: Emil Holmer, Sonja Gerdes, Ingwill Gjelsvik, Jorun Viken
Kurator: Aage Langhelle
Eröffnung: 17. Januar 2013, 19 - 21 Uhr
Im Rahmen der Ausstellung wird der Komponist, Koch und Web-Designer Michael Maria Ziffels kleine vegane Köstlichkeiten zum Verzehr anbieten.
Ausstellungszeitraum: 18.01 - 26.01. 2013
Die Ausstellung wird von der Königlich Norwegischen Botschaft unterstützt.
 
Viele bildende Künstler verwenden in ihren Werken Tiere – sowohl in konkreter wie metaphorischer Bedeutung. Was geschieht, wenn etablierte Zeichen für Tiere aufgebrochen, verändert und umdefiniert werden, sodass eine neue Bedeutung entsteht? Diese Ausstellung möchte untersuchen, wie animalische und organische Strukturen zu Gegenständen beziehungsweise zu Zeichen innerhalb der zeitgenössischen Kunst werden.
Der Begriff »Tier« ist weit gefasst. Um die Problemstellung zuzuspitzen, wurden für die Auswahl der Künstler zwei zusätzliche Parameter verwendet: Alien und re/structure. In der zeitgenössischen Kunst gibt es eine Tendenz, verfremdende Elemente und Prozesse anzuwenden, um u.a. unser Verhältnis zu anderen Tierarten zu thematisieren und dabei gleichzeitig zu untersuchen, wie Kultur und Gesellschaft davon beeinflusst werden.
Unser Verhältnis zu Tieren ist oft inkonsequent und paradox. Auf der einen Seite tragen wir als willige Konsumenten zu einer Vergegenständlichung von Tieren bei, indem wir eine industrielle Landwirtschaft aufrechterhalten, in der Tiere nicht mehr wert sind als ihr Fell oder der Kilopreis des gewonnenen Fleischs. Auf der anderen Seite sind unsere Haustiere in der sozialen Hierarchie aufgestiegen und haben für viele Menschen die Bedeutung eines »Kindes« oder »Partners« angenommen.
Der gemeinsame Nenner für die Arbeiten in der Ausstellung ist re/structure des vorhandenen organischen Materials. Ausgangspunkt kann eine anatomische Studie oder eine Collage sein, die ein Tiermotiv beinhaltet. Mehr oder weniger beabsichtigt verliert der Künstler zum Teil die Kontrolle über den Arbeitsprozess. Eine erkennbare Struktur, vielleicht das Foto eines inneren Organs (menschlich?), taucht in ungewohntem Kontext auf, verwandelt sich in amorphes Material oder wird zu einem unbekannten Geschöpf. Das Menschliche wird relativiert, dem freien Spiel der Kräfte überlassen; wir bleiben als nackte Objekte zurück, reduziert auf einen Primaten, würdig eines Beitrags im TV-Kanal Animal Planet.
Die Ausstellung kann vielleicht zu einer Debatte über die ethischen Ideen beitragen, auf der unser Verhältnis zu anderen Tierarten basiert, und die politischen und ästhetischen Implikationen – innerhalb und außerhalb der Kunst – thematisieren.

Kurz über die Künstler:
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Emil Holmer
»Aufgrund seiner bipolaren Struktur hatte das Gemäldehatte denArbeitstitel"Sender”. Die beiden weißenorganischen Formensind auf zwei technologischeStrukturen gemalt, diedurch die fertigeMalerei hindurchscheinen.

Ich habe eine Mengevon Werken gemacht, die die Spannung zwischenzwei Weltenausdrücken.Oft istder eine Aspekttechnologisch,neon, abstract – und der andereorganisch, sinnlos, sumpfartig. Es ist so, als gäbe es zwei Gemäldein jeder Arbeit.«

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Ingwill Gjelsvik
»Die Diskriminierung anderer aufgrund ihrer Spezie, ihrer Rasse oder ihres Geschlechts ist ein wiederkehrendes und fundamentales Thema in Ingwill Gjelsviks Arbeiten. Früher hat sie, ausgehend von einer moralischenPosition gegenüber derMisshandlungvon Tieren, mit dem Thema Tierrechte gearbeitet.Inihrem neuen Projekt habenihr eigenes Lebenmit ihrem Hundsowieihre Erfahrung,eingeliebtes Haustier zu verlieren, mit dem sie zehn Jahre ihres Lebensgeteilt hat,eine starke Präsenz. GjelsviksBeziehung zuder Umgebung ihres Hauses und ihre täglichen Spaziergängemit ihrem HundZukistelleneinige der vielen Inspirationsquellenfür ihre Kunst dar

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Jorun Viken
"Anatomische Zeichungen sind Vikens Ausgangspunkt. Dem schrittweisen Aufbau der tierischen Anatomie folgt jedoch auch eine Zersetzung. Der sachlichen Zeichenstudie ist nicht mehr Einhalt zu gebieten, und die Zeichnungen verändern allmählich ihren Charakter. Eine gezeichnete organische Konstruktion wird teilweise dekonstruiert. Vikens Strich ist ausdrucksstark und kraftvoll. Die sich über den Bogen ausbreitende Tusche verwäscht die konstruktiven Zeichen und trägt eine Stimmung von Untergang mit sich."
 
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